Alltagsgeschichten: Inneres Chaos...

... Äußeres Chaos

 

Umzüge bringen ja bekanntlich jede Menge Chaos mit sich. Ich vergesse (Göttin sei Dank!) immer wieder, wie viel Chaos und Durcheinander mit unausgepackten oder halbausgepackten Kisten wirklich entsteht. Vor allen Dingen, daß sich das Auspacken und Einrichten bis zu einem ganzen Jahr oder länger hinziehen kann.

 

Kennst du das auch?

 

Als ich im August 2015 aus meiner großen Wohnung inkl. Praxis in ein um die Hälfte kleineres schnuckeliges Häuschen umzog, wusste ich, dass das eine echte Herausforderung wird. Zumal das Häuschen am Einzugstermin nicht ganz fertig renoviert war. Zeit, um vor dem Umzug noch Auszusortieren, hatte ich leider nicht genügend, also hieß es: Ich musste gut strukturiert packen!

 

Kisten, die ich erst mal nicht so nötig brauche. Dinge, die ich aussortieren darf, dürfen zu den „NochaussortierKisten“ vom letzten Umzug *ööhemzwinkerlächel*. Wichtige Kisten. Und alles gut beschriftet, damit ich es wiederfinde.

 

Heute im Oktober 2016 sitze ich hier in meiner Küche, blicke auf die Baustellenglühbirne an der Decke (für die Heimeligkeit gibt es auch einen Leuchtstern, Kerzen und eine indirekte Arbeitsplattenbeleuchtung, die bis jetzt nur zur Hälfte montiert ist ;) ), sehe die vielen Gewürze  „regal-und heimatlos“ auf der Arbeitsplatte stehen und noch so einiges mehr….

 

Im ganzen Häuschen ist es mehr oder weniger chaotisch, und… Was soll ich sagen? Ich fühle mich richtig wohl!

 

Das war nicht immer so. Vor dem Beginn meiner Reise zu mir befand ich mich in einem so immensen inneren emotionalen Chaos, dass vieles im Außen perfekt, sauber und strukturiert sein musste. Chaos oder Spontaneität warfen mich sehr aus der Balance. Ich verwendete viel Zeit und Energie auf Ordnung, eine saubere, aufgeräumte Wohnung, strukturierte Wochenzeitplanung etc..

 

Leben ist aber nun mal Chaos! Hatte ich z.B. die Wohnung gesaugt, rupfte mir mein Kater gleich mal wieder die Wolle aus dem Teppich und es fing von vorne an.

 

Willkommen im Hamsterrad ;)

 

Bis ich meine Aufmerksamkeit meinem Inneren zu wandte. Mir mein inneres Chaos ansah und Schritt für Schritt auf- und erlöste. Stück für Stück bemerkte ich, dass der Abwasch für einen schönen Abend mit Freunden einfach mal liegen bleiben konnte. Die Staubsaugabstände sich ausdehnten und ich inmitten von Umzugskisten richtig glücklich sein kann!

 

Je mehr innere Balance ich etablierte, desto besser konnte ich mit äußerem Chaos umgehen.

 

Für mich ist meine Reaktion auf äußeres Chaos jetzt ein wichtiger Gradmesser, wie stabil ich in meiner Mitte stehe. Schüttelt es mich, richte ich die Aufmerksamkeit nach innen und frage mich, was ich jetzt brauche. Tanzen, Lesen, Kontakt, Spaziergang in der Natur, Stille, was auch immer es in diesem Moment ist, schenke ich meinem Körper, um wieder gelassener und entspannter zu sein.

 

Was ich auch gelernt habe in dieser Zeit, ist ein Paradoxon, wie auch das Leben paradox ist: Ordnen, strukturieren, ausmisten, loslassen, aufräumen, säubern im Außen unterstützt die innere Balance, lässt ruhig werden und ist wichtig. Vor allen bei Burnout oder Depression.

 

Inneres und äußeres Chaos, ich spiele jetzt mit beiden Ebenen. Fühlt sich frei an :) Probier´s mal aus...

 

Von Herzen

Elke

 

Text: © Elke Hannig

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