Sicher gebunden als Kind...

...frei und vertrauend als Erwachsene

Sich sicher zu fühlen und zu vertrauen ist für viele - gerade in der heutigen Zeit - ein großes Thema. Wie steht es um Dein Sicherheitsgefühl? Dein Vertrauen? Was brauchst Du, um Dich entspannen, hingeben zu können? Übrigens auch ein wichtiger Faktor in der Sexualität für Frauen!


Für mich ist das Gestalten eines sicheren und vertrauten Raumes in meinen Seminaren und in der Einzelarbeit das A und O. Langsamkeit, Achtsamkeit und Beziehungsaufbau gehören hier dazu. Ist Sicherheit und Vertrauen entwickelt und die Bindung stabil, kann sich alles zeigen. Die Grundlage - eine stabile Feuerschale - ist das Wichtigste.  

 

Doch manchmal kann es sein, dass tief in Dir etwas einfach nicht vertrauen kann.

 

Hier möchte ich Dir einige Informationen aus der Bindungstheorie mitgeben:

 

Die Bindungstheorie geht davon aus, dass Kleinkinder ein angeborenes Bedürfnis haben, dauerhafte, enge und emotional intensive, Sicherheit gebende Bindungen zu ihren Bezugspersonen aufzubauen. Sie untersucht die Wirkungen des Interaktionsverhaltens der Bindungsperson/en auf die kindliche Entwicklung sowie die generationsübergreifende Weitergabe von Bindungsmustern.

 

Die Bindungstheorie wurde maßgeblich von dem englischen Kinderpsychiater John Bowlby (1907-1990), dem schottischen Psychoanalytiker James Robertson (1911- 1988) und der US-amerikanischen Entwicklungspsychologin Mary Ainsworth (1913-1999) begründet.

 

Bowlby beschrieb die Grundlagen der Bindungstheorie in seinem dreibändigen Werk „Bindung“ (1969), „Trennung“ (1973) und „Verlust“ (1980).

 

Im Gegensatz zu der damals üblichen Praxis in Krankenhäusern betonte Bowlby die nachteiligen bis dramatischen Auswirkungen anhaltender früher Trennungen von Kleinkindern von den Eltern und untersuchte Störungen der früheren Bindungen zwischen Mutter und Kind als Faktoren für die Entstehung psychischer Auffälligkeiten im Erwachsenen.

 

Um die Bindung zu den primären Bezugspersonen zu etablieren und aufrechtzuerhalten, und vor allem wenn sie Angst erleben, zeigen Säuglinge und Kleinkinder ein schutzsuchendes „Bindungsverhalten“, das auf sehr ähnliche Weise auch bei den höheren Primaten wie Schimpansen oder Gorillababys zu beobachten ist. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn sich das Kind von der Bindungsperson getrennt fühlt, wenn es in einer unbekannten Situation ist oder in Anwesenheit fremder Menschen, die als bedrohlich erlebt werden.

 

Bowlby ging davon aus, dass die körperliche Nähe zu einem Muttertier stammesgeschichtlich unter anderem dem Schutz vor Raubtieren diente. Auch menschliche Säuglinge und Kleinkinder suchen (vor allem in Situationen von Gefahr, Angst oder Schmerz) den Schutz und die Beruhigung durch Bindungspersonen, indem sie die Bindungsperson suchen, sie anschauen, anlächeln, zu ihr hin krabbeln, schreien oder sich an ihr festklammern. (Auch Erwachsene suchen in Krisen- oder Gefahrensituationen die Nähe vertrauter und Sicherheit gebender Bezugspersonen oder Gruppen.)

 

Das Bindungssystem wird vor allem dann aktiviert, wenn eine reale oder subjektiv erlebte Gefahr aus eigenem Vermögen nicht behoben werden kann. Wenn das Bindungssystem aktiviert ist (bspw. wegen zu großer Entfernung von der Bindungsperson oder bei einer angstmachenden Entdeckung), wird das Erforschungsverhalten (Explorationsverhalten = Neugier, Kreativität, Freude, Freiheit etc...) eingeschränkt oder aufgegeben und die Nähe zur Bindungsperson wird gesucht.

 

Wenn dieses Bindungsverhalten zu einer angemessenen Reaktion der Bindungsperson führt, wenn diese also die Signale des Kindes prompt wahrnimmt, richtig interpretiert und angemessen und feinfühlig abgestimmt darauf eingeht, dann beruhigt sich das Kleinkind relativ schnell wieder und geht wieder zum Erkundungsverhalten über, wobei es sich jedoch ständig, etwa durch Blickkontakt oder zeitweilige Suche nach Körperkontakt bei der Bindungsperson rückversichert. Es entsteht eine sichere Bindung.

 

Wenn die Bindungsperson dagegen nicht, unzureichend, zu spät oder widersprüchlich und unzuverlässig reagiert, entsteht eine unsichere Bindung. Auch wenn die Bindungspersonen das Kind z.B. aufgrund von Ängsten zu sehr binden, wird das Explorationsverhalten des Kindes gehemmt.

 

Bindung (Sicherheit) und Exploration entwickeln sich also in einem Wechselverhältnis miteinander.

 

Durch haltgebende Bindungen können auch die Folgen von traumatischen Erfahrungen gemildert werden. In der Psychotherapie kann eine stabile Bindung zum Psychotherapeuten als korrektive Bindungserfahrung erlebt, genutzt und allmählich verinnerlicht werden.

 

Was geschieht also automatisch, wenn Du Dich sicher fühlst? Deine Kreativität, Deine Lebendigkeit, Deine Lebenslust, Deine Sinnlichkeit, Deine Lebenskraft und -freude werden befreit und dürfen frei fließen!

 

05.06.2016 - Das Feuer deines Lebens - Ein Tag für Frauen

Meld Dich an und entfache Dein Feuer!

 

Ich begleite dich von Herzen gerne.

Terminvereinbarung unter 08867 - 9123855 oder info@elkehannig.de

 

Text: © Elke Hannig und www.biodynamik.de

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